Möglicher eigenwirtschaftlicher Ausbau in Teilen von Ihringen und Wasenweiler parallel zum kommunalen Glasfaser-Netz

Möglicher eigenwirtschaftlicher Ausbau in Teilen von Ihringen und Wasenweiler parallel zum kommunalen Glasfaser-Netz

Breitband

Während der kommunale Ausbau kurz vor dem Abschluss steht, wägt die Telekom Deutschland GmbH mit Ihrem Joint Venture-Partner GlasfaserPlus ab, in Teilen von Ihringen und Wasenweiler ein eigenes, kommerzielles Netz aufzubauen. 

Darüber wurde die Gemeinde vor kurzem informiert. In Teilbereichen könnten so mehrere Glasfasernetze parallel zueinander entstehen.
Entgegen früheren Auskünften des Unternehmens interessiert sich derzeit GlasfaserPlus für einen eigenwirtschaftlichen Ausbau in Ihringen. Das betrifft Teile von Ihringen und Wasenweiler. Anders als das kommunale Netz, das nach Vorgabe des Bundes als Fördermittelgeber in unterversorgten Bereichen im weißen Fleck aufgebaut werden durfte und weite Teile von Ihringen und Wasenweiler bereits erreicht, entscheidet der eigenwirtschaftliche Ausbau allein über den Ausbaubereich. Hier wird in der Regel nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten ausgebaut. Dabei kann eine Überlappung mit dem kommunalen Netz entstehen, die bei betreffenden Haushalten für Fragen sorgen kann. Den Umfang des eigenwirtschaftlichen Ausbaus legt GlasfaserPlus jedoch allein fest. Es besteht keine Verbindung zwischen GlasfaserPlus und dem kommunalen Netz. Anderslautende Aussagen sind falsch.

Anschlussnahme ist freiwillig

Auch bei kommerziellen Netzen besteht keine Anschlussverpflichtung. Ob ein Anschluss bestellt wird, entscheiden die Bürgerinnen und Bürger.

Die kommunal errichteten Anschlüsse durch den Zweckverband Breitband Breisgau-Hochschwarzwald bleiben unabhängig von einem eigenwirtschaftlichen Ausbau unverändert bestehen. Der Aufbau des kommunalen Netzes ist weit vorangeschritten, der Abschluss für das betriebsfertige Netz ist auf der Zielgeraden. Betreiber des Verbandsnetzes im weißen Fleck ist Vodafone GmbH, das Eigentum verbleibt beim Verband. Die Überlassung des Zweckverbands-Netzes für den Betrieb an Vodafone ist derzeit bereits in Sicht: sie soll im Laufe des Jahres 2026 erfolgen.

Auf dem Verbandsnetz bietet Vodafone Kundenprodukte an. Als Betreiber ist Vodafone auf dem Verbandsnetzes verpflichtet, anderen Anbietern Zugang auf das Verbandnetz über Open Access zu ermöglichen, sofern diese daran interessiert sind. Eine Anfrage dazu muss vom interessierten Anbieter an Vodafone als Betreiber erfolgen. Mit GlasfaserPlus oder Telekom Deutschland GmbH besteht nach unserer Kenntnis keine Vereinbarung, als Anbieter auf dem kommunalen Netz aufzutreten.
Informationen zum Stand des kommunalen Ausbaus in Ihringen und Wasenweiler und zur Abgrenzung sowie Unterscheidung des kommunalen Ausbaus vom eigenwirtschaftlichen Ausbau finden Sie auch auf der Webseite des Zweckverbands Breitband: www.zvbbh.de

Stellungnahme Gemeinderat zu den Ausbauplänen der Telekom

Der Gemeinderat befürwortet den Ausbau der bisher unerschlossenen Bereiche mit Glasfaser, um die zukunftssichere Infrastruktur für die Bürgerinnen und Bürger zu gewährleisten. Gleichzeitig stößt im Gemeinderat jedoch auf großes Unverständnis, dass die Telekom für den weiteren Breitbandausbau nicht die bereits verlegten Glasfaserleitungen (durch den Zweckverband) nutzen möchte. Dies wäre möglich, vermeidet Doppelstrukturen und erneute Baustellen.
Vor Beginn der Glasfaserarbeiten des Zweckverbandes, wurden bewusst alle Telekommunikationsunternehmen, unter anderem auch die Telekom angefragt, ob in den nächsten Jahren Ausbauarbeiten im Zusammenhang mit Glasfaser angedacht sind. Dies wurde verneint. Daraufhin erfolgte ein europaweites Ausschreibungsverfahren. Dieses hat Vodafone gewonnen und sich gleichzeitig verpflichten lassen, künftig weiteren Anbietern den Zugang auf das verlegte Netz zu gewähren.
Sowohl aus Sicht des Gemeinderats, als auch aus Sicht der Verwaltung, ist es nicht zumutbar, dass Straßenzüge innerhalb kürzester Zeit erneut aufgegraben werden, um doppelt Glasfaserkabel zu verlegen.
Uns ist sehr wichtig, die Anzahl der Baustellen auf ein Minimum zu reduzieren, sodass die Auswirkungen auf die Bürger, den Einzelhandel und die Gastronomie so gering wie möglich gehalten wird. Aufgrund dessen fordern wir die Telekom auf, an das bereits bestehende Netz, welches durch den Zweckverband verlegt wurde, anzuschließen.

(Erstellt am 16. Februar 2026)