Bericht aus der letzten Gemeinderatsitzung

Bericht aus der letzten Gemeinderatsitzung

Bürgersaal

1) Finanzlage, 2) Zukunft Mediathek
3) Zukunft Jugendzentrum

1. Finanzlage
Die Finanzlage der Kommunen, so auch in Ihringen, ist aktuell extrem angespannt. Seit Veröffentlichung der Steuerschätzung im November 2025 und seit der Finanzprognose des Landkreises im Dezember, hat sich unsere finanzielle Situation fundamental verschlechtert.

Wir planen dieses Jahr mit einem Fehlbetrag von 1,3 Mio. Euro. Gründe sind: steigende Pflichtaufgaben von Bund und Land bei gleichzeitig nicht ausreichender Finanzierung, stark steigende Kreisumlage sowie stagnierende Steuereinnahmen.
Die Folgen unserer Finanzkrise sind dramatisch: die liquiden Mittel werden in den kommenden Jahren ins Minus rutschen. Das bedeutet wir müssen Kredite aufnehmen, um die Löhne bezahlen zu können.
Dies hätte zur Folge, dass die Kommunalaufsicht einschreitet und die Gemeinde Ihringen alle freiwilligen Leistungen sofort und uneingeschränkt streichen müsste. Die da wären z.B. Schwimmbad,jegliche Vereinsförderung, Tourismus, Jugendmusikschule, VHS.

Im Rahmen der Haushaltsplanung 2026 und einer Klausurtagung zum Thema „Haushaltskonsolidierung der Gemeinde Ihringen“ hat sich der Gemeinderat das Ziel gesetzt, alle Leistungen der Gemeinde zu prüfen, hinterfragen und im Rahmen von Gemeinderatssitzungen
öffentlich mit voller Transparenz zu beraten.

2. Zukunft Mediathek
So wurde in der vergangenen Sitzung des Gemeinderates umfassend und intensiv über die Zukunft der gemeindlichen Mediathek beraten. Hintergrund der Diskussion ist insbesondere das jährliche Defizit in Höhe von rund 30.000 Euro, das derzeit aus dem Gemeindehaushalt
zu tragen ist. In der Diskussion wurde deutlich: Niemand im Gremium strebt eine vollständige Schließung der Mediathek an. Vielmehr besteht fraktionsübergreifend der Wunsch, dieses wichtige kulturelle und bildungspolitische Angebot für unsere Bürgerinnen und Bürger zu
erhalten.Nach eingehender Beratung wurde mehrheitlich beschlossen, die Trägerschaft der Mediathek durch die Gemeinde zum 30.09.2026 zu beenden. Gleichzeitig soll der bisherige Standort erhalten bleiben. Ziel ist es, den Betrieb der Mediathek künftig auf ehrenamtlicher
Basis z.B. in Form eines Vereins fortzuführen. Erfreulicherweise haben bereits im Vorfeld der Sitzung einzelne Bürgerinnen und Bürger gegenüber verschiedenen Fraktionen ihre Bereitschaft signalisiert, sich einzubringen. Auch während der Gemeinderatssitzung gab es entsprechende Wortmeldungen aus der Bürgerschaft. Dieses Engagement ist ein starkes Zeichen für den Stellenwert der Mediathek in unserer Gemeinde. Der Gemeinderat sieht hierin eine echte Chance, die Mediathek als lebendigen Treffpunkt und Bildungsort im Ort zu bewahren.

3. Zukunft Jugendreferat
In der gleichen Sitzung hat sich der Gemeinderat mit der Zukunft des Jugendreferats befasst. Auch hier steht die Gemeinde vorerheblichen fi nanziellen Herausforderungen: Das jährliche Defizit im Bereich der kommunalen Jugendarbeit beläuft sich derzeit auf rund 65.000 Euro. Aus diesem Grund wurde die bisherige Struktur ebenfalls kritisch überprüft. Nach ausführlicher Beratung hat der Gemeinderat beschlossen, die kommunale Trägerschaft des Jugendreferats zum 30.06.2026 zu beenden. Unabhängig von dieser Entscheidung steht fest, dass das bisherige Gebäude des Jugendzentrums voraussichtlich gegen Ende des zweiten Quartals/ Anfang des dritten Quartals abgerissen werden soll.

An gleicher Stelle ist bekanntlich der Neubau eines Kindergartens Hinterhöf geplant. Dem Gemeinderat ist bewusst, dass die Jugendarbeit einen wichtigen Stellenwert im Gemeindeleben einnimmt. Die Entscheidung ist nicht leichtgefallen. Sie ist Ausdruck der Notwendigkeit,
unter den gegebenen fi nanziellen Rahmenbedingungen klare Prioritäten zu setzen. Insbesondere liegt der Schwerpunkt weiterhin bei der Jugendförderung unserer Vereinslandschaft. Hier werden ca. 1.000 Kinder und Jugendliche in verschiedenster Weise hervorragend betreut und ins Dorfl eben integriert. Das Sommer-Ferien- Programm bleibt erhalten und wird künftig von der Verwaltung koordiniert.

Bis zum Ende der jeweiligen kommunalen Trägerschaft wird die Mediathek und das Jugendreferat seine Öffnungszeiten und Angebote wie gewohnt fortführen.

(Erstellt am 05. März 2026)