Kontakt
Gemeinde Ihringen
Bachenstraße 42
79241 Ihringen am Kaiserstuhl
Tel.: 0 76 68 / 71 08 - 0
Fax: 0 76 68 / 71 08 - 50
E-Mail schreiben an
gemeinde@ihringen.de
Ortsverwaltung Wasenweiler
Schulstraße 1
79241 Ihringen
Tel.: 0 76 68 / 214
Fax: 0 76 68 / 94 482
E-Mail schreiben an
ov.wasenweiler@ihringen.de
Anfahrt/Ortsplan
Wo Sie in unserer Gemeinde was finden, verrät Ihnen unser Ortsplan
Dorfchronik
Ihringen am Kaiserstuhl
Schon im Jahre 962 wurde in Ihringen der Weinbau praktiziert und war schon damals eine beachtliche Rebengemeinde. Die erste urkundliche Erwähnung stammt ebenso aus diesem Jahr. Als strategisch wichtiger Punkt durch die Nähe zur französischen Grenze wurde die Gemeinde mehrfach in kriegerische Auseinandersetzungen verwickelt. Anfang des 19. Jahrhunderts und dem Anschluss an die Markgrafschaft Baden-Durlach entwickelte sich die Gemeinde zu einem blühenden Gemeinwesen. 1974 wurde die Gemeinde Wasenweiler im Zuge der Gemeindereform als Ortsteil angegliedert. Sehenswert ist der Stockbrunnen und die evangelische Pfarrkirche mit künstlerisch gestalteten wertvollen Fensterbildern(vielleicht noch sagen, von wann).
Ortsteil Wasenweiler

Die erste Urkunde in der Wasenweiler namentlich erwähnt wird ist datiert auf den 9. Juli 1025. König Konrad II hatte damals Wasenweiler, nach dem es erst wenige Jahre zuvor an das Kloster Murbach (Elsaß) fiel, wieder an das Bistum Basel zurückgegeben. Doch schon zuvor siedelten Menschen auf der Gemarkung des heutigen Ortsteiles Wasenweiler. Ein Beleg dafür ist ein Taufstein aus dem 9. Jh. welcher heute im Badischen Landesmuseum in Karlsruhe steht und bis ins 19. Jh. in der Kapelle St. Vitus stand. In der Geschichte von St. Vitus spiegelt sich heute noch sichtbar die frühe Geschichte von Wasenweiler wieder.
Ursprünglich wurde St. Vitus als eine kleine Taufkirche im damaligen Weiler Neunkirch gebaut. Einer Theorie zufolge stammt der Name Neunkirch daher, weil 9 Weiler hier „eingepfarrt“ waren, darunter sicherlich auch das heutige Wasenweiler. Nachdem bereits im Jahre 1297 Wasenweiler in den Besitz des Deutschen Ordens ging und dieser im Jahre 1371 noch Neunkirch erwarb, wurde St. Vitus zur Pfarrkirche für beide Siedlungen erhoben und ausgebaut. Wasenweiler und auch Neunkirch blieben im Besitz des Deutschen Ordens bis sie im Jahre 1805 in das Großherzogtum Baden eingegliedert wurden. Die jahrhundertelange Herrschaft des Deutschen Ordens hat bis heute Spuren hinterlassen. So zeigt das Wappen von Wasenweiler das schwarze Tatzenkreuz des Deutschen Ordens mit einer Weintraube auf einem Schild in der Mitte. Ein weiteres noch heute sichtbares Zeichen dieser Zugehörigkeit sind die Abbildungen auf der Nordwand im Kirchenschiff von St. Vitus. Hier sind neben dem Hauptpatron des Deutschen Ordens St. Georg noch weitere Ortsburgpatrone des Ordens abgebildet.
Im 30-jährigen Krieg wurde Wasenweiler genau wie Neunkirch und St. Vitus sehr stark zerstört. Durch Neuansiedlungen in der Folgezeit entwickelte sich Wasenweiler zu einem Straßendorf, während Neunkirch sich von der Zerstörung nicht wieder erholte. Heute steht neben St. Vitus nur noch ein einzelnes Gehöft, eine ehemalige Mühle. Die Schäden an St. Vitus wurden repariert und die Kirche blieb so bis 1716 weiterhin Pfarrkirche von Wasenweiler. Dort stand weiterhin nur eine einfach Holzkapelle.
Ab dem 18. Jh. sind vereinzelt die ersten Auswanderungen zunächst nach Ungarn belegt. Später, ab Anfang des 19. Jh., verstärkt nach Amerika. Wie auch aus anderen Dörfern am Kaiserstuhl zogen von Wasenweiler 41 Personen 1842 nach Tovar in Venezuela. Wenige Jahre später 1853/54 waren es weitere 57 Personen, die nach Nordafrika (damals frz. Algerien) auswanderten. Trotz diesen Auswanderungen stieg die Bevölkerung im 19. Jh. weiter an. 1806 lebten 640 „Seelen“ in Wasenweiler, im Jahr 1847 werden 142 Häuser und 783 Einwohner verzeichnet. Bis im Jahre 1871 stieg die Einwohnerzahl weiter auf 880 an, bevor sie kontinuierlich sank. Im Jahre 1900 hatte Wasenweiler gerade noch 599 Einwohner.
Zwei Errungenschaften des 19. Jh. prägen noch heute Wasenweiler. Zum einen die 1823/24 erbaute Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt, welche schon von weitem sichtbar das Erscheinungsbild des Dorfes beherrscht. Zum anderen ist es die Eröffnung der Bahnlinie Breisach-Freiburg im Jahre 1876 und damit verbunden der Bahnhof bzw. die Haltestelle Wasenweiler. Heute sorgt ein 30 Minuten Takt der Breisgau-S-Bahn zum Oberzentrum Freiburg für die Attraktivität des Wohnortes Wasenweiler.
An weiteren infrastrukturellen Errungenschaften folgten die zentrale Wasserversorgung im Jahr 1894 und das Ortnetz zur Versorgung mit elektrischem Strom im Jahr 1925.
In den ersten Jahrzehnten des 20. Jh. stagnierte zunächst die Einwohnerzahl, ein kontinuierlicher Anstieg ist erst nach dem 2. Weltkrieg wieder zu verzeichnen. So belief sich die Einwohnerzahl im Jahre 1965 auf 731 und stieg auf 1.050 im Jahre 2005. Im Jahr 2012 beträgt die Zahl der Einwohner 1143.
Im Zuge der Gemeindereform und dem Ergebnis einer daraus folgenden Bürgeranhörung wurde am 1. Juli 1974 Wasenweiler in die Nachbargemeinde Ihringen eingegliedert. Damit endete die Geschichte der selbständigen Gemeinde Wasenweiler und die des Ortsteiles Wasenweiler begann.

